Also… erst mal ein großes SORRY, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Das Leben hat mich fest im Griff – und zwar auf eine Weise, die ich selbst noch verarbeite. Aber fangen wir mit dem Wichtigsten an:
Pepe lebt noch!
Und ich danke euch allen von Herzen für eure Anteilnahme, eure Nachrichten, eure Nachfragen:
„Hey, wie geht’s eigentlich deinem Hund?“
Tatsächlich weiß ich bis heute nicht genau, was mit ihr los war. Zuerst wurde vermutet, es sei diese neue gefährliche Zeckenkrankheit, aber im Blut wurde nichts gefunden. Die Symptome passten teilweise auch zu Blaualgen. Was es letztlich war – keine Ahnung. Aber: Sie hat es überlebt. Meine kleine Kämpferin!
Und dann passierte etwas Seltsames.
Fast zur selben Zeit, als es mit Pepe wirklich kritisch wurde, starb jemand anderes: Soraya.
Soraya war meine kleine, dicke Reitbeteiligung. Eine sensible, gutmütige und gleichzeitig dickköpfige Stute – einfach ein Herz auf vier Hufen. Ich erfuhr von ihrem Tod ausgerechnet von ihrer Besitzerin selbst, an der Supermarktkasse. Sie brach dort fast zusammen, als sie es mir sagte. Es hat mir so leid getan – für sie, für Soraya, für diesen plötzlichen Abschied.
Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Soraya nicht einfach „weg“ ist. Sie hatte eine unglaubliche Aura. Ich kannte sie nicht mal annähernd so lange wie ihre Besitzerin – und trotzdem hat sie Spuren hinterlassen.
RIP Soraya. 🐎💫
Also, warum, bin ich kaum noch zu lesen?
Ja, du ahnst es: Mein Roman nimmt all meine Zeit in Anspruch und ich kann dir verraten, ich komme zum Ende. Stolze 60000 Wörter ist er nun lang und um zu einem richtigen Roman zu werden fehlen mit noch 10000 bis 20000 und dann geht die richtige Arbeit los…Verlagsuche; Selbstveröffentlichung; Lektorat; TestleserInnen; Illustration… das sind alles neue Dinge, die ich erst erforschen muss. Das Genre fällt wohl unter Coming-Age…hatte ich zuvor nie was von gehört, aber im Nachhinein passt es sehr gut:-)
Ich jedenfalls glaube fest an meinen Roman und mache mich zunächst auf die Suche einer Agentur…hast du Tipps oder Hinweise für mich oder stehst gern als TestleserIn zur Verfügung, dann melde DIch…Und als kleine Entschuldigung, hier die letzten Zeilen nur für dich:
Am Wochenende bekamen wir unvermittelt Besuch von meinem Onkel und meiner Tante aus Beeskow.
Sie fuhren unangemeldet auf den Hof.
Ich erkannte den Passat an seinen getönten Scheiben, als er auf den Hof fuhr…
Hinter dem Passat huschte ein kleiner schwarzer Schatten – und der sah nicht freundlich aus…
„Daisy!“, rief ich und rannte nach draußen, um meinen Onkel zu warnen – aber es war zu spät.
Onkel Siggi stand schon mit den Armen in der Luft rudernd an seinem Fahrzeug.
Vor seinem Gesicht hing eine fauchende Katze, die mit allen Pfoten immer wieder auf sein Gesicht und den Hals losging.
„Hilfe! Was ist das??“ rief Siggi.
„Daisy!“, rief ich, „lass das!“
Daisy schaute kurz zu mir.
Diesen Moment nutzte Siggi, griff sie und warf sie von sich.
Die letzten Krallen, die noch in seinem Hemd steckten, rissen dabei feine Löcher in den Stoff…
Mit einem „MIAUUU“ verschwand Daisy an mir vorbei in den Garten.
Ich war tatsächlich überrascht, dass sie keinen zweiten Angriff startete – und Onkel Siggi war überrascht, was das eben war. Seine Wange blutete.
„Um Himmelswillen, was war das denn für eine Ausgeburt der Hölle?!“, fragte er mich, immer noch nach Luft schnappend.
Ich grinste ihn an:
„Siggi, du hast es genau erfasst“, lächelte ich und hielt ihm die Tür auf.
In dem Moment rief meine Tante aus dem Auto:
„Kann ich jetzt aussteigen?“
Ich schaute um die Ecke…
Daisy saß da und beobachtete die Szene.
Ihr Schwanz ging wieder bedrohlich um ihren Körper auf Wanderschaft.
„Ich bin mir nicht sicher, Tantchen, warte mal lieber!“, rief ich Tante Ruth zu.
Ich eilte in die Küche.
Papa stand gerade am Herd und rührte in einer Pfanne herum.
„Was war denn da draußen los?“, meinte er.
„Ach, die Beeskower sind da… und Daisy hat Siggi angefallen!“
Ich nahm eine Scheibe vom Leberkäse und verschwand an Siggi vorbei wieder nach draußen.
„Daisy!“, wackelte ich mit der Wurstscheibe in meiner Hand, „komm!“
Daisy ließ den Blick ab vom Passat und kam zu mir…
Die Aussicht auf eine frische Wurstscheibe ließ sie wohl ihren zweiten Angriff vergessen.
Ich lockte sie in den Schuppen, warf die Wurst hinein, Daisy eilte hinterher, und ich schloss und verriegelte schnell die Tür.
„Tut mir leid, Daisy, ich lass dich nachher wieder raus!“
Es dauerte eine geschlagene halbe Stunde, bis sich alle beruhigt hatten.
„Das ist doch keine normale Katze“, sagte Siggi.
„Die ist ja schlimmer als jeder Wachhund!“
Ich musste lachen.
Ich mochte Siggi – und war froh, dass ihm nichts passiert war.
Und ich war wirklich glücklich, dass das mal außer mir jemand erkannte.
Tatsächlich wurden diese Angriffe häufiger:
Von unserem Postmann ließ sie ab – den kannte sie.
Auch den Nachbarn ließ sie in Ruhe.
Aber alle anderen – angefangen vom Paketzusteller bis zu spontanen Besuchern – wurden angefallen.
Daisy hatte es sich zur Aufgabe gemacht, uns zu bewachen…Nur wovor?
Mama telefonierte inzwischen mit allen Verwandten, Kollegen und Freunde und warnte ausdrücklich davor, unser Grundstück einfach so zu betreten.
Und bald wurde es normal, dass unser Telefon klingelte und man meinte:
„Hey, wir wollen heute vorbeikommen – sperrt mal die Katze ein!“
Das war dann immer mein Part, da Daisy auf niemanden sonst hörte.
Komischerweise war sie auch nie sauer, wenn ich sie dann endlich aus ihrem Verließ holte…Und in meinen Augen hatte sie allen Grund dazu, denn ich fand den Schuppen nach wie vor gruselig! Andererseits…ist ja genau das, ihr Ding!?
Aber was Daisy absolut nicht leiden konnte, war Abschied.
Ging es am Wochenende zu Oma und Opa oder musste ich irgendwo hin, musste ich es geheim halten.
Anfangs machte ich den Fehler und teilte es ihr mit, so in der Art:
„Tut mir leid, Daisy, aber ich bin heute nicht da…“
Dann gab es ein Fauchen und sie sprang auf mich zu – wie bei Mel´ und Onkel Siegfried.
Da ich mein gemeines untotes Kätzchen inzwischen jedoch kannte, hatte ich die Chance, rechtzeitig aufzuspringen.
Also blieb auch da mir nichts weiter übrig, als sie mit einer Wurstscheibe in den Schuppen zu locken – um unverletzt mein Zuhause verlassen zu können.





